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  Home  >  Für Ärzte  >  Praxisservice  >  Qualitätssicherung  >  DMP  >  DMP Hintergrund

DMP - Was steckt dahinter?

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Langfassung des Artikels aus dem KV-Journal November 2018

Von Christian Pieper*

Disease-Management-Programme (DMP) sind nicht unumstritten, aber fester Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung. Für derzeit sechs Krankheitsbilder sollen DMP eine koordinierte, qualitätsgesicherte und leitliniengerechte medizinische Versorgung befördern.

Die DMP oder auch "strukturierten Behandlungsprogramme" gibt es in Deutschland seit 2002.

Aktuell bestehende DMP

"Hausarzt-DMP"

"Facharzt-DMP"

Asthma bronchiale

Brustkrebs

COPD

Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus Typ 1

KHK

Versorgungsebenen

Die Programme zu den Indikationen Asthma bronchiale, Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Diabetes mellitus Typ 2 und Koronare Herzkrankheit (KHK) haben drei Versorgungsebenen. Sie werden auch als "Hausarzt-DMP" bezeichnet, da die Koordination der Behandlung in der Regel beim Hausarzt (erste Versorgungsebene) stattfindet. Qualifizierte Fachärzte der zweiten Versorgungsebene werden durch Überweisung zur Mitbehandlung einbezogen. Für Asthma und COPD sind das Pulmologen, für Diabetes Typ 2 die Diabetologen und für KHK in der Regel Kardiologen. Die dritte Versorgungsebene stellen die teilnehmenden stationären Einrichtungen dar.

Die Programme zu den Indikationen Brustkrebs und Diabetes mellitus Typ 1 werden auch als "Facharzt-DMP" bezeichnet, da die Koordination der Behandlung in der Regel bei Frauenärzten bzw. Diabetologen stattfindet und diese Versorgungsebene lediglich um die stationären Einrichtungen als zweite Ebene ergänzt wird.

Für eine abgestimmte Versorgung ist in den DMP die Kooperation und Kommunikation der Versorgungsebenen vorgesehen.

Abbildung 1 Versorgungsebenen der Hausarzt-DMP (Grafik)

Abbildung 2 Versorgungsebenen der Facharzt-DMP (Grafik)

Strukturqualität

Nur Ärzte, die die in den DMP-Verträgen festgelegte Strukturqualität erfüllen, können teilnehmen. Die Strukturvoraussetzungen des antragstellenden Arztes werden durch die Kassenärztliche Vereinigung M-V (KVMV) geprüft. KVMV und Krankenkassen werden wiederum vom Bundesversicherungsamt (BVA) dahingehend geprüft, ob die Vorgaben aus Expertengremien und Normen auch in die regionalen DMP-Verträge aufgenommen wurden.

Leitliniengerechte Versorgung und DMP-A-RL

Teilnehmende Ärzte verpflichten sich, die auf Grundlage von Leitlinien erarbeitete DMP-Anforderungen-Richtlinie (DMP-A-RL) des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) umzusetzen. Die Richtlinie wird regelmäßig aktualisiert und an den Stand der Wissenschaft angepasst. Sie enthält u.a. Vorgaben für Diagnostik, Therapieplanung, therapeutische Maßnahmen, Kooperation der Versorgungsebenen, Qualitätsziele, Schulungen und Dokumentationen. Die KVMV informiert bei Änderungen der Richtlinie umgehend die teilnehmenden Ärzte, da die Kenntnis der aktuellen Anforderungen wichtig für die Behandlungsqualität und die Programmteilnahme ist.

Weitergehende Informationen:

Einschreibung und Dokumentation

Die erforderliche Einschreibung der Patienten und die Dokumentation sind die Hauptgründe, warum die DMP mitunter als bürokratisch empfunden werden. Doch beides ist kein Selbstzweck.
Die Einschreibung, also das Unterzeichnen einer Teilnahme- und Einwilligungserklärung durch den Patienten und den koordinierenden Arzt, hat Gründe. Die Teilnahme ist für den Patienten mit gewissen Mitwirkungspflichten verbunden. Zum einen ist eine langfristige Teilnahme nur möglich, wenn die Patienten die regelmäßigen Verlaufskontrollen wahrnehmen. Zudem sollen teilnehmende Patienten, im Falle einer Empfehlung durch den Arzt, an speziellen Schulungsprogrammen teilnehmen. Darüber hinaus werden aufgrund der Teilnahme u.a. Behandlungsdaten erfasst und verarbeitet. In diese mit der Teilnahme verbundenen Verpflichtungen und Prozesse muss der Patient zuvor ausdrücklich einwilligen.

Zweck der Dokumentation:
In der bundesweit einheitlichen DMP-Dokumentation, welche durch die koordinierenden Ärzte in bestimmten Intervallen am Praxis-PC zu erstellen ist, werden je nach DMP-Indikation ganz unterschiedliche Parameter, z.B. Laborbefunde oder verordnete Arzneimittel, aufgenommen. Zum einen werden durch die Dokumentationsmasken regelmäßig aktuelle Leitlinieninhalte in die Praxen transportiert. Ändern sich Leitlinieninhalte, wird bei Bedarf eine Änderung der relevanten Dokumentationsparameter durch den G-BA beschlossen und diese fließen in der Folge durch Update in die Praxis-Software ein. Außerdem werden die koordinierenden Ärzte durch die Dokumentation daran erinnert, bestimmte Therapieoptionen abzuklären, z.B. ob ein Patient von einer Patientenschulung profitieren kann. Die Dokumentationen bilden zum anderen die Grundlage für Rückmeldungen an die Ärzte zur Erreichung von Qualitätszielen und für die Evaluation der Effekte der DMP-Programme.
In M-V dienen die Dokumentationen gleichzeitig als Abrechnungsnachweis für die Vergütung der ärztlichen Leistungen im DMP. Dies hat den Vorteil, dass die Dokumentationsleistung nicht gesondert per Abrechnungsziffer gegenüber der KVMV abgerechnet werden muss. Bei einigen am DMP teilnehmenden Ärzten entsteht daher leider der Eindruck, dass lediglich die Dokumentation vergütet wird.

Qualitätsziele und Feedback

Die koordinierenden Ärzte erhalten auf Grundlage der übermittelten Behandlungsdokumentationen regelmäßig Rückmeldungen zur Erreichung der DMP-Qualitätsziele in Form von Feedbackberichten der "Gemeinsamen Einrichtung (GE)" von KVMV und Krankenkassen. Daher ist es entscheidend, dass die Dokumentationsparameter nachvollzogen wurden und ebenso die Verbindung zu den Qualitätszielen bewusst ist.

Beispiele für Qualitätsziele:

  • Diabetes mellitus Typ 2: "Ein hoher Anteil der Patienten hat im Rahmen des DMP an einer Diabetes-Schulung teilgenommen."
  • Asthma und COPD: "Bei mindestens 90 Prozent der Patienten wird die Inhalationstechnik im Berichtszeitraum überprüft."
  • KHK: "Ein niedriger Anteil der Patienten, die zum Zeitpunkt der Einschreibung Raucher waren, raucht noch."

In den individuellen Feedbackberichten, die im KV-SafeNet-Portal, Menüpunkt: "Praxisunterlagen" zu finden sind, werden die Praxisergebnisse der Qualitätszielerreichung sowie vergleichend die Durchschnittsergebnisse aller teilnehmenden DMP-Ärzte dargestellt. Die Ergebnisse können Ärzten Anhaltspunkte liefern, die Behandlung im Hinblick auf eine leitliniengerechte Versorgung zu überprüfen bzw. die Therapie anzupassen. Ebenso können die Ergebnisberichte als Basis für den Austausch in Qualitätszirkeln dienen.

Im Gremium der GE wird das Erreichen der Zielwerte in den DMP über alle Ärzte analysiert, beraten und ggf. Maßnahmen zur Verbesserung des Erreichens einzelner Qualitätsziele beschlossen.

Patientenschulung

Ein Herzstück der DMP (mit Ausnahme Brustkrebs) stellen die Patientenschulungen dar. Zertifizierte Ärzte und deren Praxispersonal klären Patienten in den auf mehrere Einheiten verteilten Schulungen über die medizinischen Hintergründe und Besonderheiten ihrer Erkrankung auf, geben Informationen zur Therapie und versuchen, die Patienten in die Lage zu versetzen, ihren Gesundheitszustand selbst positiv zu beeinflussen. Dabei bietet sich den Schulungsteams, an welche hierfür auch überwiesen werden kann, die Gelegenheit, bei den Patienten ein umfassendes Verständnis über deren Erkrankung zu schaffen und ihnen die eigene Verantwortung für den Therapieerfolg bewusst zu machen.

Für die zugelassenen DMP-Schulungsprogramme wurde vorzugsweise in kontrollierten Studien ihre Wirksamkeit hinsichtlich der der DMP-Therapieziele nachgewiesen.[1] Daher sollte möglichst jeder DMP-Patient Zugang zu einer indizierten Schulung bekommen.

Fazit

Sofern DMP als Versorgungskonzept verstanden wird, die Inhalte gelebt werden und DMP nicht allein mit Dokumentation gleichgesetzt wird, sind positive Effekte auf die Behandlungsqualität zu erwarten. Anhaltspunkte hierfür haben z. B. S. Fuchs et al. in einer systematischen Übersichtsarbeit im Bereich der Prozessparameter sowie bei einzelnen Ergebnisparametern identifiziert.[2]

*Christian Pieper ist Referent in der Vertragsabteilung der KVMV.

 

Hinweis:

Weiterführende Informationen zu den DMP in M-V, u.a. das DMP-Praxismanual sowie die jeweiligen Verträge, finden Sie im passwortgeschützten Mitgliederbereich (KV-SafeNet-Portal) unter dem Menüpunkt "Download / Verträge und Vereinbarungen / weitere Verträge / Sonderverträge / Disease-Management-Programme (DMP)".
Für Fragen zu den Verträgen stehen in der Vertragsabteilung Christian Pieper unter Tel.: 0385.7431 574 oder E-Mail: cpieper@kvmv.de und zu den Teilnahmevoraussetzungen und zum Genehmigungsverfahren im Geschäftsbereich Qualitätssicherung Manuela Ahrens unter Tel.: 0385.7431 378 oder E-Mail: mahrens@kvmv.de zur Verfügung.

 

Literatur:

[1] Vgl.: BVA, 2018, Nähere Erläuterungen des BVA zu den Anforderungen an Schulungsprogramme in DMP,
[2] Vgl.: Fuchs, S. et al., 2014, Disease-Management-Programme für Diabetes mellitus Typ 2 in Deutschland - Abschätzung der Effektivität anhand einer systematischen Literaturübersicht, Dtsch Arztebl Int 2014; 111(26): 453-63

 

 

 

 

 

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