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  Home  >  Für Ärzte  >  Praxisservice  >  Qualitätssicherung  >  DMP Diabetes mellitus Typ 2

DMP Diabetes mellitus Typ 2

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Der Weg durch den DMP-Vertrag

1.Vorbemerkung

2. Wie werden Sie DMP-Arzt?

3. Wie schreiben Sie einen Versicherten ein?

4. Die Aufgaben des DMP-Arztes

5. Das Ausfüllen der Erst- und Folgedokumentation

  
   

1. Vorbemerkung

Die nachstehend beschriebenen Arbeitsabläufe sind im Sinne einer „Gebrauchsanweisung“ für die tägliche Praxisroutine zu verstehen. Wir setzen voraus, dass Sie sich über Ziele und Inhalte des Disease Management Programms (DMP) Diabetes Typ 2 im Vertrag und im Praxismanual grundsätzlich informiert haben.

Opfern Sie eine „stille Stunde“ zum Studium des Vertrages und des Praxismanuals.   

Praxismanual

Bleiben Sie gelassen bei der Kenntnisnahme aller bürokratischen Regelungen! Unser Vorschlag: Beschäftigen Sie sich zunächst mit den im Praxismanual kommentierten, leitlinienorientierten medizinischen Aspekten. Die täglichen Routinen dürften sich nach dem Studium dieses Arbeitsmaterials und der „Ausfüllanleitung“ schnell einspielen.

Beziehen Sie von Anfang an Ihr Praxispersonal in die Organisation ein!

Alle nachfolgend genannten Erklärungen und Dokumentationsbögen sind hier als Kopien abgebildet und teilweise zum Download bereitgestellt. Die Originale wurden Ihnen im Erstausstattungs-Paket im September 2003 zugeschickt. Nachbestellungen richten Sie bitte an:

Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern
Formularausgabe
Postfach 160145
19091 Schwerin
Tel.: 0385- 7431 351
E-Mail: iv@kvmv.de

oder gegebenenfalls an Ihre Kreisstelle.

Fragen zum Ausfüllen der Dokumentationsbögen werden von den Mitarbeitern der dmp-Datenstelle Mecklenburg-Vorpommern unter Tel.: (0341) 25 92 043 beantwortet.

  

2. Wie werden Sie DMP-Arzt?

Wenn Sie in Ihrer Hausarztpraxis Diabetiker betreuen und sich nach Kenntnisnahme des Vertrages und der im Praxismanual beschriebenen Inhalte für die Teilnahme am DMP Diabetes Typ 2 entschieden haben, studieren und unterschreiben Sie das Ihnen mit der Erstausstattung zugesandte Formular „Teilnahmeerklärung“ und senden Sie es an die:

Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern
Postfach 16 01 45
19091 Schwerin


Teilnahmeerklaerung_arzt

Teilnahmeberechtigt als DMP-Ärzte sind alle Vertragsärzte, die an der hausärztlichen Versorgung (außer Pädiater) teilnehmen und Ärzte, die die Anerkennung des Vorstandes der KVMV als diabetologische Schwerpunktpraxis besitzen und Diabetiker dauerhaft betreuen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass ein Diabetiker nur von einem DMP-Arzt dauerhaft betreut und dokumentiert werden kann.

Die Mitbehandlung von Patienten in Schwerpunktpraxen auf Überweisung ist auch weiterhin möglich.

Beachten Sie bitte, dass Sie sich mit der Unterschriftsleistung verpflichten, für alle Patienten, die Sie von nun an nach den DMP-Kriterien behandeln, dokumentieren und abrechnen, die in der Teilnahmeerklärung aufgeführten Maßgaben zu akzeptieren und einzuhalten.

Beachten Sie auch, dass Sie sich mit der Unterschrift verpflichten,

  • die Blutdruckmessung nach nationalem Qualitätsstandard durchzuführen (geeichte Geräte),
  • die Blutzuckermessung in Ihrer Praxis regelmäßig einer laboratoriumsmedizinischen Qualitätskontrolle zu unterziehen,
  • die Basisdiagnostik der Polyneuropathie u.a. mit Stimmgabel, Monofilament und Reflexhammer durchzuführen und
  • mindestens einmal jährlich an einer diabetesspezifischen Fortbildung teilzunehmen.

Fertigen Sie sich eine Kopie der Teilnahmeerklärung für Ihre Ablage an!

  

3. Wie schreiben Sie einen Versicherten ein?

Prüfen Sie zuallererst, ob der Patient bei einer Krankenkasse versichert ist, mit der ein DMP-Vertrag abgeschlossen wurde! Dies sind inzwischen alle Krankenkassen außer der Knappschaft.
Eine Liste der teilnehmenden BKK können Sie hier einsehen.

Eingeschrieben werden können nur Patienten mit einer gesicherten Diagnose Diabetes mellitus Typ 2.

Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 bzw. mit Gestationsdiabetes können nicht eingeschrieben werden.

Grundsätzlich bestehen für die Einschreibung eines Patienten in das Disease Management Programm zwei Möglichkeiten:

  1. Der Patient ist bereits durch seine Krankenkasse informiert. Er hat das Patientenmerkblatt, die Datenschutzinformation sowie die Teilnahme- und Einwilligungserklärung dort erhalten, bereits durchgelesen und möglicherweise auch schon unterschrieben. Er kommt also als DMP-Patient zu Ihnen als DMP-Arzt.
  2. Der Patient weiß noch nichts von DMP oder hat nur „etwas läuten hören“. Ist Ihr Praxispersonal durch die Einführungsveranstaltung mit den Formalien des DMP vertraut, bietet es sich an, dem Patienten bereits bei der Anmeldung das Patientenmerkblatt, die Datenschutzinformation und die Teilnahme- und Einwilligungserklärung auszuhändigen und ihm so die Wartezeit zu „verkürzen“. Ihre Praxishelferin sollte also eine Grundausstattung mit diesen Formularen am Tresen vorhalten.

Teilnahmeerklaerung_patient Patientenmerkblatt

Anmerkung:
Die Diagnosesicherung ist ein wesentlicher Bestandteil der Erstdokumentation und eine häufige Fehlerquelle bei der Dokumentation. Bitte beachten Sie die Hinweise in der „Ausfüllanleitung“ und in "dmp dialog" .


Ausfuellanleitung dmp Dialog

In der Sprechstunde informieren Sie den Patienten nochmals vor allem über die medizinischen Inhalte des DMP. Versichern Sie sich beim Patienten, dass er bereit ist zur aktiven Mitwirkung und zur Teilnahme an Schulungen und dass er in die Weitergabe der Dokumentationsdaten einwilligt. Wenn der Patient sich Bedenkzeit ausbittet, verschieben Sie die Einschreibung.

Versichern Sie sich in jedem Fall, dass er die o.g. Unterlagen zum Studium erhält.

In dieser ersten Sitzung sind noch folgende Formalien zu beachten bzw. zu erledigen:

  1. Vollständiges Ausfüllen der Teilnahme- und Einwilligungserklärung des Patienten durch Sie und den Patienten (das sind nur wenige Zeilen).
  2. Unterschrift von Arzt und Patient unter dieses Formular.
  3. Der erste Durchschlag bleibt bei Ihnen, den zweiten bekommt der Patient. Das Original schicken Sie bitte an die Datenstelle:

dmp-Datenstelle Mecklenburg-Vorpommern
INTER-FORUM Data Service GmbH
Abteilung MV-DM2
04305 Leipzig

Anmerkung:
Tüten Sie das Formular erst ein, wenn Sie die Erstdokumentation ausgeführt haben! Beides zusammen muss zur Datenstelle. Bitte nicht zusammenklammern oder tackern!

Fragen zum Ausfüllen der Teilnahmeerklärung werden von den Mitarbeitern der Datenstelle unter Tel.: (0341) 25 92 043 beantwortet.

Der Patient erhält nach Prüfung der Einschreibung durch seine Krankenkasse eine neue Krankenversichertenkarte mit dem Merkmal „Teilnehmer am DMP“ im Datenfeld „Versichertenstatus“.

Bei Wechsel der Krankenkasse oder Wechsel des DMP-Arztes durch den Patienten sind Teilnahme- und Einwilligungserklärung und Erstdokumentation erneut zu erstellen.   


4. Die Aufgaben des DMP-Arztes

Nachdem diese Formalitäten erfüllt sind, übernehmen Sie gegenüber dem Patienten die im DMP-Programm fixierten Aufgaben:

  • Koordination der diabetesspezifischen Behandlung.
  • Beachtung der Versorgungsinhalte (Orientierung an den Leitlinien, wie sie im Vertrag und im Praxismanual niedergelegt sind).
  • Beachtung der Qualitätsziele.
  • Organisation bzw. Durchführung von Patientenschulungen.
  • Einbeziehung von Diabetologischen Schwerpunktpraxen, anderen Fachärzten, Psychotherapeuten, Reha-Einrichtungen u.a.
  • Ggf. Einweisungen ins Krankenhaus.
  • Vereinbarung eines individuellen Behandlungszieles zwischen Arzt und Patient.
  • Erstellen der Dokumentationen in den vereinbarten Intervallen (viertel- oder halbjährlich).

DMP-Programme setzen auch auf eine enge Kooperation der Versorgungsebenen, wie diese auch schon beim Diabetes Gesundheitsmanagement gefordert war.

Indikationen für eine Facharztüberweisung sind:

  • jährliche augenärztliche Kontrolluntersuchung (in M-V sind die Augenärzte vertraglich in das DMP eingebunden),
  • Mitbehandlung in Diabetologischen Schwerpunktpraxen bei Retinopathie und erhöhter Eiweißausscheidungsrate im Urin, bei Nicht-Erreichen des individuell vereinbarten HbA1c-Zielwertes, bei geplanter oder bestehender Schwangerschaft, bei Vorliegen eines diabetischen Fußsyndroms oder eines Hochrisikofußes.

    

5. Das Ausfüllen der Erst- und Folgedokumentation

Die Arbeit mit den Dokumentationsbögen für das DMP ist offenbar nicht von Ärzten erfunden worden. Es ist eine Art Lernfach. Möglicherweise bekommen Sie die ersten „Versuche“ mit Korrekturhinweisen von der Datenstelle zurück. Seien Sie darauf gefasst! Ärzte, die am Diabetes Gesundheitsmanagement mit AOK und IKK teilgenommen haben, sind immerhin schon einiges gewöhnt und werden es leichter haben.

Die Ausfüllanleitung für die Erst- und Folgedokumentationen gibt sehr präzise Hilfestellung. Bei konsequenter Beachtung sollte eine sehr hohe Qualität der Dokumentation erreicht werden können.

   

Ausfuellanleitung Erstdokumentation Folgedokumentation

Gehen Sie bitte davon aus, dass mit einer wachsenden Routine und guter Praxisorganisation der Prozess leichter wird. Vielleicht bietet Ihnen Ihr Software-Haus in Kürze eine komfortable Lösung an. Vielleicht und hoffentlich wird der zentral vorgegebene Dokumentationsbogen auch alsbald praxisnäher überarbeitet.

Wie die Praxisorganisation ablaufen kann, beschreibt dieser Auszug aus einem Leserbrief einer Hausärztin mit ersten DMP-Erfahrungen:

„... Und so machen wir es jetzt: Zur Armvenenblutabnahme (HBA1c u. a. Werte) erfolgt durch die Schwestern und im Bedarfsfall durch mich die Motivation der Patienten zur Teilnahme an den DMP und die Ausgabe der Informationszettel. Beim Sprechstundentermin zur Auswertung der Ergebnisse werden von den Schwestern die Erst-Dokumentationsbögen soweit wie besprochen ausgefüllt, von mir überprüft und dann mit dem Patienten gemeinsam vervollständigt. Der Zeitaufwand zum Ausfüllen wird mit zunehmender Routine kürzer. Ich will nicht verschweigen, dass das nicht budgetierte Honorar eine zusätzliche Motivation ist...“

 

Nachdem die ausgefüllten Dokumentationsbögen von Ihnen unterschrieben wurden, senden Sie diese an die Datenstelle. Bei Erstdokumentationen halten Sie bitte die im Vertrag (§24) geregelte wöchentliche Übermittlungsfrist der Daten (einschließlich der Teilnahme- und Einwilligungserklärung des Patienten!) ein, um eine schnelle Aufnahme des Patienten in das DMP zu ermöglichen. Gleiches gilt zunächst für die Folgedokumentationen.

Die Adresse der Datenstelle lautet:

dmp-Datenstelle Mecklenburg-Vorpommern
INTER-FORUM Data Service GmbH
Abteilung MV-DM2
04305 Leipzig

Fragen zum Ausfüllen der Dokumentationsbögen werden von den Mitarbeitern der Datenstelle unter Tel.: (0341) 25 92 043 beantwortet.

 

 

 

 

 

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