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  Home  >  Für Ärzte  >  Praxisservice  >  Qualitätssicherung  >  Qualitätssicherung aktuell  >  Rostock ist Vorreiter in der Betreuung Schizophrener

Rostock ist Vorreiter in der Betreuung Schizophrener

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Die Nervenärztin Dr. Heidrun Adam, der Diplompsychologe Thomas Lay und Co-Therapeutin Bärbel Schutrak klären Schizophrenie-Patienten über ihre Krankheit auf.

Steintor-Vorstadt. Psycho-Bildung für an Schizophrenie-Erkrankte ist an sich nichts Neues – sie wird seit zwei Jahren in der Nervenklinik Gehlsdorf durchgeführt. Neu ist, den Kurs ambulant zu organisieren. Das Gesundheitsamt in Rostock stellt für die Kurse Räume und Material zur Verfügung. "Das ist bundesweit einmalig", erzählt der Psychologe. In Rostock sind 2000 Menschen von Schizophrenie betroffen. Dazu kommen die Angehörigen, die einen Psychotiker in der Familie haben. Darum richtet sich das Angebot Psycho-Bildung nicht nur an die Erkrankten. Die Kurse für die Angehörigen und Kranken starteten erstmalig im Mai 2001 und dauerten über drei Monate. Im Schnitt ist wöchentlich eine Stunde für eine Sitzung vorgesehen. "Meistens dauert sie länger", berichtet Thomas Lay. An den Sitzungen nehmen Leute teil, bei denen die Krankheit bereits ausgebrochen ist und die nun eine Post-Psychose befürchten.
In dieser Zeit gaben die Medizinerin, der Psychologe und Bärbel Schutrak vom Landesverband der Psychiatrie-Erfahrenen M-V ihr Wissen an die Erkrankten weiter. "Der Patient nimmt die Realität nicht mehr so wahr wie ein Gesunder, das ist die Folge einer Funktionsstörung im Gehirn", erfahren die Leidenden im Seminar. "Psychotiker können sich mitunter als Messias oder Hellseher fühlen – Situationen, die für die Betroffenen nicht immer negativ sind", erzählt Bärbel Schutrak.
Für die Schizophrenen negativ ist hingegen das Werturteil, das die Gesellschaft ihnen entgegenbringt.
Das ist meist diskriminierend.
"Viele dieser Menschen fühlen sich herabgesetzt, nicht anerkannt und nicht integriert", berichten Heidrun Adam und Peter Lay aus ihrem Berufsalltag. Darum wollen sie gemeinsam diese Situation ändern. "Für uns ist es in erster Linie wichtig, ein Vertrauensverhältnis zu den Patienten aufzubauen und die Erkrankten über den Sinn der Medikamenten-Einnahme zu informieren. Die normale Sprechstunde reicht dafür nicht aus." Für Thomas Lay ist es außerdem wichtig, dass die Patienten die Warnsignale vor erneuten Krankheitsschüben erkennen lernen. "Solche Signale könnten überschäumende Handlungen sein oder wenn sich die Kranken mit Situationen stressen, denen sie mental nicht gewachsen sind", klärt Bärbel Schutrak die Angehörigen und Betroffenen auf.
Die 42-Jährige ist wegen der Krankheit mit 25 Jahren invalidisiert worden. Bärbel Schutrak greift den beiden Fachleuten hilfreich unter die Arme. Sie nimmt zu den Patienten Kontakt auf und ist für sie als Co-Therapeutin Ansprechpartnerin.
Im April und Mai 1999 besuchte Bärbel Schutrak in der Nervenklinik den Kurs "Psycho-Bildung" und war davon als Patientin sehr angetan. "Bisher haben wir von den Kranken und Angehörigen nur positive Rückmeldungen", berichten Dr. Heidrun Adam und Thomas Lay, die das innovative Projekt wissenschaftlich begleiten. In Rostocker Psychiatriepraxen liegen Faltblätter bereit, die über den Kurs informieren.
Eigentlich sollte der zweite Kurs schon im Dezember 2001 beginnen. Er musste auf Januar verschoben werden. Momentan laufen noch Gespräche zwischen den Initiatoren, den Krankenkassen und der Landes-Versicherungsanstalt.
  

 

 

 

 

 

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