Liest man die Passagen im aktuellen
Eckpunktepapier der Regierungskoalition zur Strukturreform 2000", wonach die
Krankenhäuser nicht nur für hochspezialisierte Leistungen geöffnet werden sollen, kann
man leicht zur Auffassung gelangen, daß die Praxen im niedergelassenen Bereich bei den
Gesundheitspolitikern keine große Wertschätzung mehr erfahren. Ganz anders scheint dies bei privaten Dienstleistungs- und Serviceanbietern
zu sein, die derzeit massiv an niedergelassene Kolleginnen und Kollegen herantreten und
unter Hinweis auf die jetzt politisch schwierige Lage vielfältige Unterstützung und
diverse Praxisanalysen anbieten. Insbesondere die angebotenen Praxisanalysen sollen den
Ärzten als Praxisinhaber Vergleiche hinsichtlich ihrer Ausgaben, ihrer Anzahl an
Verordnungen, die Beurteilung des Preisniveaus bezüglich hoch- und niederigpreisiger
Arzneipräparate und in diesem Zusammenhang auch eine eigene Bewertung der Verordnungs-
bzw. Therapieschwerpunkte ermöglichen.
Vor einer solchen Einwilligung bzw. Beteiligung an Erhebungen
möchte ich noch einmal zu bedenken geben, daß die niedergelassenen Mediziner verfaßte
Mitglieder der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern sind, die ihnen
quartalsmäßig mit jeder Honorarabrechnung umfassende Informationen im Hinblick auf ihre
Honorarabrechnung und auch im Vergleich zur Fachgruppe gibt.
Das gleiche trifft für die von den Äzten veranlaßten
Verordnungen zu. Ihnen ist bekannt, daß wir mit den Krankenkassen schon in der
Vergangenheit Richtgrößen im Hinblick auf Arzneiverordnungen getroffen haben. Auch im
Hinblick auf das in diesem Jahr von dem Gesetzgeber aufgezwungene Arznei-, Verband- und
Heilmittelbudget haben wir Richtgrößenvereinbarungen mit den Krankenkassen
abgeschlossen. Über das Ergebnis dieser Verhandlungen wurde unverzüglich informiert
und darüber hinaus sind weitere Informationen und Hilfestellungen geben worden,
damit auch bei der Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln unter Budgetbedingungen
Orientierungshilfen vorliegen. In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, daß
der Vorstand des weiteren beabsichtigt, durch Veranstaltungen vor Ort fortlaufend direkte
Informationen zu geben.
Wenn die Vertragsärzte unter diesen Aspekten die privaten
Anbieter noch einmal kritisch bewerten, werden sie sicherlich erkennen, wer ihnen die für
sie erforderlichen Informationen aus erster Hand geben kann. |