Das Landesschiedsamt für die vertragsärztliche Versorgung legte im Jahre 2001
gemäß § 4 des Beschlusses fest, dass die Kassenärztliche Vereinigung und die
Krankenkassen eine Arbeitsgruppe zu bilden hätten, die die Arznei- und
Verbandmittelvereinbarung mit Analysen und Empfehlungen begleitet. So regte die
geschaffene Arbeitsgruppe auch im Jahre 2007 Verordnungsanalysen an. Durch Einbindung des
Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) konnte dieses sehr zeitnah und auch
arztbezogen erfolgen. Resultate der Analysen waren im vergangenen Jahr Schreiben an
ausgewählte Arztpraxen und Veröffentlichungen im KV-Journal. Nach intensiver Datensicht
und Studienrecherche wurden 2007 durch den MDK sehr konkrete Informationen erstellt. Es
sei erinnert an die Themen Statine/Inegy, Biosimilars, Sartane/ACE-Hemmer und Glitazone.
Die Arbeitsgruppe nimmt Reaktionen der Ärzte auf dementsprechende Schreiben entgegen.
Sie dürfen neben fachlicher Kritik gerne auch ein positives Echo enthalten. Kaum ein Arzt
kann sich heute noch intensiv mit der riesigen Studienfülle auseinandersetzen. Die
Pharmavertreter vor Ort aber sind stark motiviert, die eigenen Produkte zu favorisieren.
Problemfelder
Problemfelder in Mecklenburg-Vorpommern besetzen weiterhin die Gesamtausgaben
überwiegend morbiditätsgesteuert und der hohe Anteil von Me-too-Präparaten
(Analogpräparaten). Sind die Mecklenburger Ärzte Spitzenreiter beim Einsatz von Generika
am generikafähigen Markt, werden im Verhältnis zu den Gesamtausgaben und damit im
Vergleich mit Bundeszahlen noch zu häufig Me-too-Präparate verordnet.
Rabattverträge
Rabattverträge lassen den Einfluss des Arztes auf die Kosten der verordneten Generika
schwinden. Zu hoffen ist, dass die Rabattverträge zu tatsächlichen Einsparungen führen
werden und dieses Volumen den Ärzten am Ende des Jahres auch gutgeschrieben wird.
Ganz positiv festzuhalten sind die Einsparbemühungen der Ärzte in Sachen
DDD-Kosten-Regelung 2007.
Es gibt nicht nur Aufgaben für die Ärzteschaft anzupacken. Die Krankenkassen sind
aufgerufen, über ebenso konkrete Informationen ihre Versicherten an den Sparbemühungen
zu beteiligen. Die Ärzteseite hält es für dringend geboten, auch die Vor-Ort-Berater
der Versicherten entsprechend und regelmäßig zu schulen. Auskünfte im Sinne von
Alles ist möglich, wenn Ihr Arzt nur will sind kontraproduktiv.
So könnte aber eine präparatebezogene Information über Me-toos für den
inanspruchnehmenden Versicherten sehr sinnvoll sein.
Im Übrigen sollten Empfehlungen der Arbeitsgruppe an Ärzte und Versicherte
weitergeleitet werden, so der Schiedsamtbeschluss 2001.
(aus Journal der KVMV, Februar 2008, S.15)
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