Unter diesem Motto hat im Mai 2006 das Mammographie-Screening in
Mecklenburg-Vorpommern begonnen. Dabei handelt es sich um ein vom Gesetzgeber beschlossenes qualitätsgesichertes
Röntgenuntersuchungsverfahren der weiblichen Brust im Rahmen der
Brustkrebsfrüherkennung. Als erste von vier Mammographie-Screening-Einheiten in
Mecklenburg-Vorpommern hat die Region Greifswald ihre Arbeit aufgenommen. Die
Screening-Einheiten in den Regionen Schwerin und Neubrandenburg folgten im November bzw. Dezember 2006 sowie nun auch der Bereich Rostock im Juli 2007. Somit gehört Mecklenburg-Vorpommern mit zu den ersten Bundesländern, die die flächendeckende Einführung abgeschlossen haben.
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Das Mammographie-Screening ist die derzeit beste Methode zur
Früherkennung von Brustkrebs.
Internationale Studien belegen, dass ein regelmäßiges Mammographie-Screening für Frauen
in der Altersgruppe der 50- bis 69-Jährigen die Brustkrebs-Sterblichkeit erheblich senken
kann, denn mit dieser Untersuchung lassen sich frühzeitig auch noch nicht tastbare Tumore
aufspüren.
Das Mammographie-Screening wird von den Krankenkassen finanziert und in Zusammenarbeit mit
der Kassenärztlichen Vereinigung umgesetzt.
Eindringlich plädieren Ärzte und Krankenkassen für eine regelmäßige Teilnahme am
Früherkennungsprogramm. Mit einem Flyer und einem Wartezimmerplakat informieren
niedergelassene Haus- und Frauenärzte in Mecklenburg-Vorpommern ihre Patientinnen über
das Programm.
Anspruch auf das Mammographie-Screening als Vorsorgeuntersuchung haben alle Frauen
zwischen 50 und 69 Jahren. Sie werden nach einem festgelegten Verfahren von der Zentralen
Stelle, die in Mecklenburg-Vorpommern beim Medizinischen Dienst der
Krankenversicherung (MDK) angesiedelt ist, in den kommenden Wochen und Monaten
schriftlich eingeladen.
Die ersten Einladungen erfolgten in den Kreisen Nord- und Ostvorpommern, Rügen, Demmin
und Uecker-Randow. In allen vier Screening-Einheiten führen mittlerweile mehrere radiologische Praxen und das jeweils ortsansässige Klinikum (in Rostock das Universitätsklinikum) die Mammographien durch. Eingeladen wird wohnortnah; individuelle Wünsche der
anspruchsberechtigten Frauen können nach Abstimmung mit der Zentralen Stelle
berücksichtigt werden. Unter der Rufnummer 0385/ 7440-185 oder -186 können
darüber hinaus anspruchsberechtigte Frauen Termine abstimmen und ihre Fragen zur neuen
Vorsorgemöglichkeit stellen.
Die Teilnahme an der schonenden und unkomplizierten Untersuchung ist natürlich
freiwillig, eine Praxisgebühr fällt nicht an. Die persönlichen Daten werden
verschlüsselt erfasst. Bei unauffälligem Befund werden die Frauen nach Ablauf von zwei
Jahren wieder eingeladen.
Der Erfolg dieses Programms hängt von der Beteiligung der anspruchsberechtigten Frauen
ab. Nur bei einer hohen Beteiligungsrate lässt sich das erklärte Ziel, Reduzierung der
Sterblichkeitsrate durch Brustkrebs erreichen. Denn Brustkrebs ist in Deutschland mit rund
47.500 Fällen jährlich die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jede zehnte Frau
erkrankt im Laufe ihres Lebens daran, und knapp 18.000 Frauen sterben jedes Jahr an dieser
Krankheit. Dabei werden zwei Drittel aller Brusttumoren erst entdeckt, wenn sie größer
als zwei Zentimeter sind. Die Folgen: radikale Operation, belastende Therapien und
geringere Heilungschancen.
Durch ein flächendeckend angebotenes Mammographie-Screening erhalten die teilnehmenden
Frauen die Chance, eine Brustkrebserkrankung rechtzeitig zu entdecken, so dass eine
brusterhaltende Behandlung mit dauerhafter Heilung möglich ist.
Die teilnehmenden Screening-Ärzte sind besonders geschult und weitergebildet. Durch eine
Zweitbefundung jeder Röntgenaufnahme und wöchentliche Konferenzen der beteiligten Ärzte
wird eine sehr hohe Diagnosequalität nach europäischen Leitlinien erreicht.
In Mecklenburg-Vorpommern wird von Beginn an digitale Mammographietechnik und
elektronische Befund- und Bilddatenübertragung eingesetzt. Damit wird den spezifischen
Bedingungen eines Flächenlandes entsprochen. Mit diesem Konzept wird in unserem
Bundesland das modernste Vorsorgeprogramm in Europa umgesetzt.
Die Schirmherrschaft für diese Gemeinschaftsaktion hat Frau Dagmar Ringstorff
übernommen.
Gleichzeitig werden die regionalen Tumordatenregister und die Ärzte und akkreditierten
Zentren des in Mecklenburg-Vorpommern bereits angelaufenen Disease-Management
Programm (DMP) Brustkrebs in Greifswald, Rostock, Neubrandenburg und Schwerin an das
Mammographie-Screening angeschlossen.
Damit wird erstmalig in Deutschland eine optimale Screening- und Versorgungskette für die
weibliche Brust geschlossen. |