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AIDS - eine der schlimmsten Geißeln unseres Jahrhunderts?

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Informationen zum Welt-Aids-Tag

An dem Tag, an dem Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen die Problematik Aids wieder in den Vordergrund rücken, möchte sich auch die Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern diesem aktuellen Thema stellen und es den "Nichtbetroffenen" ins Gedächtnis bringen.

Zufällig liegen Welt-Aids-Tag und Auslieferungstag des Journals zusammen. Dadurch ergibt sich eine direkte zeitliche Nähe zu diesem Thema.

Entgegen einer Stabilisierung der Infektionsrate in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sinkt die Aufmerksamkeit gegenüber Aids und die Zahl der Infektionen steigt.

 

Nach Angaben von UNAIDS, der Aidshilfeorganisation der vereinten Nationen, gehören Osteuropa und Zentralasien zu den Gebieten mit der schnellsten Ausbreitung von HIV-Infektionen. Mehr als 1,5 Millionen Menschen in den Ländern Osteuropas sind mittlerweile mit dem HIV-Virus infiziert. Die Dunkelziffer wird höher eingeschätzt. Brennpunkte bilden Russland, die Ukraine und Weißrussland. Durch die Erweiterung der Europäischen Union rückt die Epidemie unmittelbar an deren Grenzen.

 

Worin liegen die Ursachen?

Wird die Prävention außer acht gelassen und verharmlost? Treten Probleme in der Behandlung auf, wie z.B. Resistenzen? Das eine wie das andere ist zu bejahen. Es gibt Fortschritte bei der AIDS-Behandlung. Aber gegen die Medikamente, die die Vermehrung von HIV im Körper für einige Zeit aufhalten könnte, wird das Virus häufig irgendwann resistent. Gleichzeitig lässt der entsprechende Impfstoff auf sich warten.

Auf dem Weltgipfel der Gesundheitsminister wurde der "World Aids Day" 1988 erstmals ausgerufen. Man wollte mit diesem 1. Dezember einen Tag der sozialen Toleranz gegenüber Aids-Erkrankten und ihren Familien schaffen.

Jedes Jahr steht dieser Tag unter einem speziellen Motto, das im weltweiten Kampf gegen die Immunerkrankung einen besonderen Schwerpunkt setzt. In diesem Jahr lautet es "Frauen, Mädchen, HIV und Aids". Zwanzig Prozent aller HIV-Neuinfektionen in Deutschland betreffen Frauen. Die meisten von ihnen sind zwischen 20 und 40 Jahre alt. Unter ihnen sind viele, die Verantwortung für Kinder und Familie haben.

Zum ersten Mal gestalten in Deutschland die Deutsche Aids-Hilfe, die Deutsche Aids-Stiftung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gemeinsam eine Aktion. In der Bundesrepublik unterstützen dabei prominente Frauen in einer Plakataktion die Anti-Aids-Kampagne. Sie geben der Kampagne nicht nur ein Gesicht, sie zeigen damit auch öffentliches Engagement. Das wiederum gibt diesem Tag in einer mit Schreckensmeldungen überfluteten multimedialen Welt einen besonderen Stellenwert. Er schenkt der Aktion die entsprechende öffentliche Aufmerksamkeit und fördert somit die Unterstützung Betroffener.

 

Im ersten Halbjahr 2004 gab es bundesweit 829 positive HIV-Testungen, davon zehn in Mecklenburg- Vorpommern. Gleichzeitig ist ein überdurchschnittlicher Anstieg (Verdopplung) von HIV-Erstinfektionen in den neuen Bundesländern zu verzeichnen. Der Anteil der unter 30-jährigen mit 43 Prozent liegt doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt. In Mecklenburg-Vorpommern wurden insgesamt 171 positive HIV-Antikörpertestungen und 62 AIDS-Kranke gemeldet. Davon sind 23 Betroffene bereits verstorben.

 

An der Schwere der Problematik von Leid, Ausgrenzung, Sterben und Tod hat sich bis heute nichts geändert. Aids bedarf nach wie vor einer aufrüttelnden Darstellung.

 

Eveline Schott (aus Journal KVMV 12/2004 S.16)

 

 

 

 

 

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