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Sabine F. spürt sofort, wenn es wieder beginnt: Das Ausatmen wird plötzlich schwer
und die Bronchien beginnen zu pfeifen, weil sie sich zusammenziehen, Hustenreiz,
Herzklopfen, Schweißausbruch. Wenn jetzt nicht schnell etwas passiert, wird die Situation
lebensgefährlich. Aber Sabine F. weiß, was zu tun ist. Sie erkennt den Asthmaanfall und
hat ihre Medikamente zur Hand, die Atemtherapie hilft ihr dabei, Ruhe zu bewahren und
weitet die Bronchien zusätzlich. Nach einigen Minuten ist alles vorüber. Geschafft!
Asthma keine Seltenheit
Asthma ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter sogar die
häufigste: Rund zehn Prozent aller Jungen und Mädchen leiden darunter und es werden
immer mehr. In Westeuropa haben sich die Asthmafälle in den vergangenen zehn Jahren
verdoppelt. Die Gründe für die rasche Ausbreitung der Krankheit sind unbekannt.
Wissenschaftler vermuten, dass Dieselabgase, Haustiere, unsere Essgewohnheiten, die
Umweltverschmutzung oder neue Viren dahinter stecken. Aber das sind alles mehr oder
weniger Vermutungen. Sicher ist nur, dass die genetische Veranlagung und Umweltfaktoren
gemeinsam zum Ausbruch der Krankheit beitragen.
Asthma der Mechanismus
Asthmakranke haben ein überempfindliches Bronchialsystem. Bestimmte Reize führen dazu,
dass sich die feinen Verästelungen der Atemröhre krampfartig zusammenziehen. Außerdem
ist die Schleimhaut dort chronisch entzündet und bildet einen zähen Schleim. Die Folge:
Anfallsweise leiden die Betroffenen unter Atemnot das kann nur wenige Sekunden
dauern, manchmal aber auch länger anhalten, mitunter sogar mehrere Stunden. Das ist nicht
nur unangenehm und beängstigend, sondern hochgradig gefährlich: Nach Angaben des
Ärzteverbandes Deutscher Allergologe ÄDA sterben pro Jahr rund 5.000 bis 6.000 Menschen
in Deutschland bei einem Asthmaanfall.
Asthma die Auslöser
Asthma ist eine Erkrankung mit vielerlei Auslösern. Neben allergischen können auch
nichtallergische Reaktionen die Schleimhaut zum Schwellen bringen und den Asthmaanfall
bewirken man unterscheidet daher verschiedene Formen des Asthmas:
Allergisches Asthma: Bei einer Allergie wehrt
sich das menschliche Abwehrsystem gegen Substanzen, auf die es eigentlich nicht reagieren
sollte: zum Beispiel gegen Blütenpollen, Tierhaare oder Bestandteile von Lebensmitteln.
Eine mögliche Form dieser Überreaktion unseres Abwehrsystems ist der Asthmaanfall.
- Infektasthma: Haben sich die Atemwege bei einer Virusinfektion entzündet, sind
sie besonders anfällig. Besonders Asthmaerkrankungen im Erwachsenenalter entwickeln sich
häufig nach einer Virusinfektion der Atemwege aber auch Kinder können darunter
leiden.
- Arzneimittelasthma: Rund 10 bis 20 Prozent der Asthmatiker reagieren auf
bestimmte Arzneimittel mit einem Asthmaanfall. Besonders bestimmte Schmerzmittel und
Entzündungshemmer die so genannten Nicht-Steroidalen-Anti-Rheumatika sind
hier berüchtigt.
- Anstrengungsasthma: Nicht immer sind bestimmte Stoffe für einen Asthmaanfall
verantwortlich. Die meisten Kinder mit Asthma und rund ein Drittel der erwachsenen
Asthmatiker kennen den Asthmaanfall nach einer besonderen körperlichen Anstrengung
besonders bei kalter oder trockener Luft.
Asthma wie Ärzte es
feststellen
Wenn der Patient oder bei kleinen Kindern der Vater oder die Mutter von den
Beschwerden berichtet, ergibt sich meist schon der Verdacht auf eine Asthmaerkrankung.
Besondere Atemgeräusche beim Abhören der Lunge erhärten diesen. Allerdings muss der
Arzt immer auch an eine Reihe anderer Erkrankungen denken, zum Beispiel an Keuchhusten
oder daran, dass ein Kind etwas verschluckt und in die Luftröhre bekommen hat.
Steht die Diagnose Asthma fest, folgen eine Reihe weiterer Tests, um festzustellen, wie
schwer die Erkrankung ist und was sie auslöst. Besonders wichtig ist in diesem
Zusammenhang der Peak-flow-Test: Dabei bläst der Patient so fest er kann in ein so
genanntes Peak-flow-Meter. Nach dem Hineinblasen lässt sich daran ablesen, wie groß die
Strömungsgeschwindigkeit beim Hineinblasen gewesen ist. Asthmapatienten können wegen
ihrer verengten Bronchien im Vergleich zu gesunden Menschen nicht so stark ausatmen. Eine
Reihe weiterer Tests können folgen, zum Beispiel Lungenfunktionstest bei körperlicher
Anstrengung und bestimmte Allergietests: Zeigt sich bei diesen, dass der Betreffende auf
einen bestimmten Pollen, auf Tierhaare oder eine andere Substanz allergisch reagiert,
sollte er diese in Zukunft meiden.
Asthma die Zusammenfassung
Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege. Sie führt zu Atemnot und
Hustenanfällen. Während eines akuten Anfalls verengen sich die Bronchien, zusätzlich
schwillt die Schleimhaut an und bildet einen zähen Schleim. Das erschwert dem Asthmatiker
das Luftholen und besonders das Ausatmen. In schweren Fällen kann ein solcher Anfall
lebensbedrohlich sein.
Asthma ist keine seltene Erkrankung. Am häufigsten entwickelt sie sich zwischen dem
vierten und dem fünften Lebensjahr. Bis zu zehn Prozent aller Kinder sind davon
betroffen. Damit ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern. In rund der
Hälfte der Fälle verschwindet sie jedoch, wenn die Kinder älter werden. Die Ursachen
für die Atemwegserkrankung sind nicht vollständig bekannt. Die Vererbung spielt eine
wichtige Rolle: Untersuchungen haben gezeigt, dass die Kinder eines Asthmatiker-Ehepaares
in der Hälfte der Fälle ebenfalls unter Asthma leiden.
Der häufigste Auslöser für einen Anfall ist eine Virusinfektion der Atemwege, zum
Beispiel eine Erkältung oder eine Grippe. Außerdem reagieren Asthmatiker häufig
allergisch auf bestimmte Stoffe. Kommt der Betroffene mit diesen Substanzen den so
genannten Allergenen in Kontakt, kann er einen Asthma-Anfall erleiden. Besonders
häufige Allergene sind Pollen, die Haare von Katzen oder Hunden, der Kot von
Hausstaubmilben oder Nahrungsmittel wie Äpfel oder Nüsse.
Handeln im Notfall - Wenn
die Luft weg bleibt
Ein Asthmaanfall ist ein akuter Notfall. Deshalb ist es für Patienten und Angehörige
wichtig zu wissen, wie sie reagieren müssen.
Eine pfeifende Atmung, Hustenreiz, Herzklopfen und Schweißausbrüche: Bei einem Anfall
bleibt dem Asthmatiker die Luft weg. Die Bronchien verengen sich und die Schleimhäute
schwellen an: Das Atmen besonders das Ausatmen wird immer schwieriger, der
Brustkorb ist aufgebläht und es gelangt immer weniger frischer Sauerstoff in die Lungen.
Die erste Regel in einer solchen Situation lautet: Ruhe bewahren und einen Sprühstoß
eines bronchienerweiternden Medikamentes inhalieren. Hilft dies nicht, sollte der
Betreffende das Spray nochmals zwei bis viermal verwenden. Parallel dazu sollte der
Asthmatiker spezielle Atemtechniken anwenden, die dafür sorgen, dass die feinen Luftwege
offen bleiben und mehr frischer Sauerstoff in die Lungen kommt. Besonders wichtig ist die
so genannte Lippenbremse dabei atmet der Asthmatiker langsam gegen den Druck der
Lippen aus: So besteht in den Atemwegen immer ein leichter Überdruck und sie verkleben
nicht. Außerdem kann es helfen, sich mit den Armen fest auf die Oberschenkel
aufzustützen so kann die ganze Muskulatur des Brustkorbes die Atmung
unterstützen.
Wenn sich nach rund zehn Minuten die Situation nicht gebessert hat, sollte der Asthmatiker
erneut sein Notfallspray verwenden und zusätzlich eine Kortisontablette schlucken. Tritt
danach noch immer keine Besserung ein, sollten Angehörige oder Begleiter den Notarzt
rufen. Bis dieser kommt, ist es wichtig, den Patienten zu beruhigen, um nach Möglichkeit
eine Panikattacke zu verhindern. In der Zwischenzeit sollte er in eine ruhige Umgebung
gebracht werden. Günstig ist auch frische Luft zum Beispiel indem die Begleiter
ein Fenster öffnen. Aber Vorsicht: Leidet der Betreffende unter einem allergischen Asthma
zum Beispiel gegen Blütenpollen, ist darauf zu achten, dass er nicht weiter in Kontakt
mit diesen kommt. In einem solchen Fall lautet die Regel: Fenster zu!
Die Angehörigen eines Asthmatikers, aber auch Arbeitskollegen und Lehrer sollten mit den
Betroffenen über die Krankheit sprechen und sich über die Therapie informieren, damit
sie bei einem Anfall richtig handeln können. |